Biebergemünd

Geschichte des Biebergrundes; Chronologie

I. Vorgeschichte ( 100 000 bis 500 v. Chr.) :  

Um 100 000 bis 500 v. Chr. :

In der mittleren Altsteinzeit (Mittelpaläolithikum) - also während der letzten Eiszeit (Würmeiszeit 120 000 bis 20 000 v. Chr.) - wird die Besiedelung des Biebergrundes durch entsprechende Funde belegt. Es handelt sich hier um die "Neanderkultur". Die Menschen leben in einer Tundrenlandschaft gemeinsam mit Mammut, Wollnashorn, Höhlenbär, Säbelzahntiger und Wildpferd.  

Um 8 000 v. Chr. :  

Mit Beginn der Mittelsteinzeit (Mesolithikum) lässt die allmähliche Milderung des Klimas Waldwuchs zu.

Um 3 000 v. Chr. :

Auf Grund der Klimaverbesserung in der Jungsteinzeit wenden sich die Menschen Ackerbau und Viehzucht zu und werden sesshaft.  

Um 1 800 bis 450 v. Chr. :

Für die Bronzezeit und ältere Eisenzeit kann die Besiedelung des Biebergrundes nicht belegt, sondern nur vermutet werden.  

II. Kelten, Römer und Völkerwanderung :

Um 450 v. Chr. :  

Die bis heute auf dem Burgberg (Bieber), der Alteburg (Kassel) und Hainkeller (Lützel) erkennbaren Ringwälle sind keltischen Ursprungs. Möglicherweise waren die hier vorhandenen Bodenschätze Anlass für die Ansiedlung der Kelten, denen man allgemein gute bergmännische Fähigkeiten nachsagt.

Um 300 v. Chr. :

Von Norden her dringen germanische Völker in unseren Raum vor.

Um Christi Geburt :

Vom Rhein her dringen die Römer vor und führen Krieg gegen die hier siedelnden Chatten.

90 n. Chr. :

Die Römer errichten unter Kaiser Domitian den Limes. Der östlich des Grenzwalls gelegene Spessart wird vermutlich von den Römern als "Pufferzone" zu den germanischen Gebieten hin von menschlichen Ansiedlungen frei gehalten.

Um 260 :

Die Alemannen (Sweben) überrennen im Rahmen der einsetzenden Völkerwanderung den Limes und siedeln vorübergehend im hiesigen Raum.

Ab 500 :

Die Wanderungsbewegung der germanischen Völker kommt zur Ruhe; der Spessart wird fränkischer Siedlungsraum.

III. Vom Reichsgut zum Kirchenbesitz :

886 :

Urkundliche Erwähnung der ehemaligen Siedlung Hergersfeld (auf Wirtheimer Gemarkung). Bedeutung der Siedlung erklärt sich aus den zugangswegen zur "Hohen Straße" im südlichen Vogelsberg (Höhenweg von Frankfurt nach Fulda, Vorläufer der mittelalterlichen Straße durch das Kinzigtal) sowie zum Eselsweg und somit auch zur Birkenhainer Straße im Spessart.

950 :

Herzog Liudolf von Schwaben (930 - 957), Sohn Kaiser Otto I., gründet das Stift "St. Peter und Alexander" in Aschaffenburg. Das Stift erhält weite Teile des Spessarts, unter anderem auch den oberen Biebergrund.

976 :

Urkundliche Erwähnung der Orte Wirtheim, Kassel und Höchst anlässlich ihrer Übereignung (Schenkung) aus dem Reichsgutbestand an das Stift "St. Peter und Alexander" in Aschaffenburg durch den Deutschen Kaiser Otto II. Die Bezeichnung Wirt(heim), Wert(heim) oder Wörth ist eine fränkische Bezeichnung für Insel oder Halbinsel, hier ist ein Schwemmkegel im Mündungsbereich der Bieber in die Kinzig angesprochen, auf dem Wirtheim erbaut wurde.

IV. Der Biebergrund im Spannungsfeld verschiedener Herrschaften (1 000 - 1 684) :

Um 1 000 :

Die Grafen von Rieneck wirken als Vögte im Spessart und erhalten für ihre Dienste Landgebiete aus dem Kirchenbesitz als Lehen, unter anderem den Bieberer Obergrund. Somit entsteht eine Grenze zwischen dem Bieberer Ober- und Untergrund in Höhe des Niederhofes (s.a. "1866"). Eine Besiedlung des Obergrundes ist nicht nachgewiesen (vgl. "1339") kann aber vermutet werden, da zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Burgberg bei Bieber die "Mauritiuskapelle" als Holzkonstruktion bestanden haben soll.

1262 :

Die Pröpste des Stiftes "St. Peter und Alexander" rekrutieren sich aus dem Mainzer Domkapitel und unterstehen somit dem Erzbischof. Die bereits bestehende geistliche Macht des Mainzer Erzbischofs für das hiesige Gebiet wird um die herrschaftliche Komponente erweitert (s.a. "1588"). Die Vogteirechte im unteren Biebergrund werden durch die Herren von Hanau (den späteren Grafen) wahrgenommen.

1262 - 1313 :

Der Untergrund wird vorübergehend als Mainzer Lehen an die Herren von Brauneck übergeben.

1313 :

Erwähnung einer Kapelle Kassel.

1333 :

Die Herren des Obergrundes, die Grafenlinie von Rieneck - Rothenfels stirbt aus. Der Streit über das Mainzer Lehen (vgl. "um 1000") führt 1339 zu einem Schiedsspruch, in dem geregelt wird, dass das Lehen von den Grafen von Rieneck und den Herren von Hanau gemeinsam verwaltet wird (Kondominat). In dieser Schiedsspruchurkunde wird Bieber erstmals erwähnt. Da Bieber zu diesem Zeitpunkt bereits Zentrum eines Gerichtsbezirks und Kirchspiels ist, kann angenommen werden, dass diese Siedlung schon viel länger besteht (s.a. "um 1000").

1361:

Erstellung des "Weistum von Wirtheim" (Gericht Wirtheim). Schriftliche Fixierung des bis dahin ausgeübten Gewohnheitsrechtes.

1366:

Urkundliche Erlaubnis / Verfügung Kaiser Karl IV.; Wirtheim - mit einer Mauer zu umgeben, - Durchreisende zu versorgen und zu beschützen, - Wegegeld (Pflastergeld) und Zoll zu erheben sowie - einen Wochenmarkt abzuhalten. Wirtschaftliche Grundlage der Wirtheimer Bevölkerung ist die "Straße". Diese verläuft von Gelnhausen kommend über Höchst, kreuzt hier die Kinzig, führt bergan zur Wendelinuskapelle, weiter zwischen Stempelberg und Kaiserbaum (260 Meter ü NN) sowie Alte Grube und Langeloh hinab zum Wirtheimer Untertor; vom Obertor (Bieberbrücke) geht es weiter Richtung Salmünster über den Aufenauer Berg. Wegen der Steigung über die "Wirtheimer Pässe" sind für Fuhrwerke durchweg Vorspannleistungen nötig, die von Wirtheim gestellt werden. Außerdem ist Wirtheim vermutlich Umschlagplatz für die Produkte des Bieberer Bergbaus und der Orber Salzgewinnung; letzteres wird seit 1475 ausschließlich über Wirtheim und nicht mehr über den Eselsweg transportiert.

Um 1400 :

Hergersfeld wird auf Grund anhaltender kriegerischer Unruhen (infolge der kurmainzischen Expansionsbestrebungen in Hessen) von den Bewohnern aufgegeben (s.a."886"); diese siedeln in das nun befestigte Wirtheim um. Der Wehrturm an der Wirtheimer Kirche wird erbaut. Zuwanderung auch aus anderen Bereichen des Kinzigtals, so dass eine westliche Ortserweiterung nötig wird.

1426:

Urkundliche Erwähnung des Wirtheimer "Schlosses". Herrensitz des Marthin von Forstmeister, dieser hat das Haus als Lehen von Kurmainz erhalten.

1428 :

Kurmainz verpfändet das Gericht Wirtheim an die Herren von Hanau (diese werden im Jahre 1429 in den Grafenstand erhoben). Das in finanziellen Schwierigkeiten steckende Kurmainz sieht sich zu diesem Schritt gezwungen. Die Für die damalige Zeit hohe Pfandsumme von 23 000 Gulden unterstreicht die Bedeutung des inzwischen wohlhabenden Wirtheim.

1494:

Urkundliche Erwähnung des Bieberer Bergbaus in einem Rechtsakt zwischen Kurmainz und Hanau

1517 :

In Wirtheim existiert ein "Spielhaus". Hierbei handelt es sich um ein "öffentliches Gebäude", welches als Schenke, Festsaal, Gericht und Rathaus dient.

1559 :

Die Grafen von Rieneck sterben aus. Deren Rechte aus dem gemeinsamen Lehen mit Hanau (vgl."1339") werden nunmehr von Kurmainz selbst wahrgenommen (2.Kondominat).

1565 :

Die Pfandschaft Wirtheims wird aufgehoben (vgl. "1428").

1568 :

Die Reformation in der Grafschaft Hanau bezieht auch das Kondominatsgebiet mit ein : Laurentiuskirche und Burgbergkapelle in Bieber werden, wie der größte Teil der Bevölkerung im Obergrund, lutherisch.

1582 :

Die Bewohner Wirtheims müssen zu jedem Martinstag "Feuergeld" an die Herren von Ysenburg als Gegenleistung für ein Holzleseprivileg im Büdinger Wald bezahlen. Infolge der positiven Bevölkerungsentwicklung sind die Wirtheimer darauf angewiesen, auch auf dem anderen, "ausländischen" Kinzigufer zu wirtschaften. Bereits seit 1525 haben sie die Erlaubnis, ihre Schweine in den Büdinger Wald zu treiben.

1588 :

Im Gegensatz zum Obergrund wird in Wirtheim die Gegenreformation durch Gründung einer Pfarrschule erfolgreich abgeschlossen. Kurmainz erwirbt formell die Grundherrenrechte des Stiftes Aschaffenburg (vgl. "1262").

Um 1615 :

Die Herren von Thurn und Taxis richten eine Postkutschenverbindung von Frankfurt am Main nach Leipzig (über Wirtheim) ein.

1631 :

Die Schweden erobern im Zuge des 30 - jährigen Krieges (1618 - 1648) die Stadt Mainz und schenken 1632 - kraft der ihnen hieraus erwachsenen Macht über das Kurfürstentum - das Gericht Wirtheim dem Hanauer Grafen.

1634 :

Kaiserliche (kroatische) Truppen erobern Wirtheim und schleppen die Pest ein; 60 Prozent der Bevölkerung sterben.

1639 :

In Bieber leben infolge der Kriegseinwirkungen nur noch 58 Menschen.

1649 :

Nach Ende des 30 - jährigen Krieges gibt Hanau Wirtheim an Mainz zurück. Der Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Infrastruktur wird durch der Wirtheimer Bevölkerung auferlegten Frondienste vorangetrieben.

1660 :

Mainz und Hanau vereinbaren, dass die katholische Bevölkerung Biebers die Burgbergkapelle zurückerhält und als Pfarrkirche nutzen kann (s.a. "1854"). Die lutherische Pfarrkirche (ehemalige St. Laurentiuskirche) wird nach den Kriegszerstörungen wieder aufgebaut.

V. Bergbau belebt den Obergrund, Kassel tritt aus dem Schatten Wirtheims (ca. 1670 - 1800) :

1667 / 68 :

Erneut große Pestepedemie mit erheblichen Bevölkerungsverlusten. Um die stark dezimierte Bevölkerung wieder aufzufrischen, lässt der aus Tirol stammende Wirtheimer Pfarrer, Christian Fuchs, Menschen aus seiner Heimat kommen und in Wirtheim sowie vor allem auch in Kassel ansiedeln.

Um 1750 :

Die letzten Waldglashütten stellen ihre Produktion ein.

1668 - 1721 :

Wirtheim wird erneut verpfändet, diesmal an einen Verwandten des Mainzer Erzbischofs.

1679 :

Das Gericht Wirtheim wird dem Gericht Orb angegliedert.

1684 :

Beendigung des zweiten Kondominats zwischen Mainz und Hanau. Die Ämter Bieber und Lohrhaupten werden vereinigt und kommen zu Hanau, das Amt Partenstein kommt zu Mainz.

Ab 1722 :

Auswanderungswelle aus Wirtheim und Höchst nach Ungarn aufgrund einer entsprechenden Werbeaktion Kaiser Karl IV.

1736 :

Die Grafschaft Hanau fällt durch Erbschaft an die Landgrafschaft Hessen - Kassel. Einrichtung einer Oberförsterei in Bieber (vgl. "1997").

1753 :

Einführung des Mainzer Landrechts. Eine negative Auswirkung ist die Zersplitterung des Landbesitzes bei einem Erbfall mit mehreren Erben.

1755 :

Einrichtung der eigenen Kaplanei Kassel. Baubeginn der Pfarrkirche.

1758 - 1762 :

Wirtheim wird durch durchziehende Truppen - die versorgt werden müssen - wirtschaftlich ruiniert.

1766 :

Bau der "reformierten" Kirche in Bieber durch zugezogene Bergleute (die heutige "untere" Kirche).

1736 - 1790 :

Blütezeit des Bieberer Bergbaus unter staatlicher Regie der Landgrafschaft Hessen - Kassel und der hohen fachlichen Qualifikation der Familie von Cancrin. Etwa 400 - 500 Menschen sind im Bieberer Bergbau beschäftigt. Abgebautes Silber wird zur Münzprägung (Bieberer Taler) verwendet. (Bereits im Jahre 1722 schenkten die Bieberer Bergleute der "lutherischen" Kirche einen aus Silber gefertigten Kelch und eine Patene (=Hostienteller)). Das hier erstmals entdeckte "Kobaltvitrol" weltweit bekannt. Bieber ist Sitz eines Berg - und Hüttenamtes.

1786 :

Neugründung eines Weilers mit zehn Höfen am Ende des Hirschbachtals ("Graue Ruh") mit dem Namen "Friedrichstal" (bei Wirtheim). Das Land erweist sich als unfruchtbar, die Menschen finden Arbeit in Orb und benutzen die Höfe nur noch als Wohnstätte. 1879 zieht der letzte Bewohner nach Orb.

1789 :

Fertigstellung und Einweihung der Kasseler Pfarrkirche "St. Nepomuk".

1790 :

Die Kasseler Handwerker weigern sich, den Orber Zünften beizutreten.

VI. Napoleon, Restauration, Preußen (1800 bis 1866) :

1803 :

Reichsdeputationshauptschluss; Gründung des Fürstentums Aschaffenburg als Rumpfstaat des aufgehobenen Kurmainz. Als Folge der napoleonischen Eroberungen muss das Reich die linksrheinischen Gebiete an Frankreich abtreten. Der Reichsdeputationshauptschluss sieht die Säkularisierung aller geistlichen Fürstentümer - mit Ausnahme des Kurfürstentums Mainz - vor. Mit den freiwerdenden Besitzungen sollen die weltlichen Herrscher, die linksrheinische Verluste erlitten hatten, entschädigt werden. Die Ausnahme für Mainz wird mit den besonderen Beziehungen zwischen Napoleon un dem Erzbischof und Kurfürsten Karl Theodor von Dalberg (1788 - 1805) begründet, diesem werden jedoch auch nur seine rechtsrheinischen Besitztümer - als Fürstentum Aschaffenburg - belassen.

1810 :

Das Fürstentum Aschaffenburg, die Stadt Frankfurt, die Grafschaft Hanau und die Fürstabtei Fulda werden zum Großherzogtum Frankfurt zusammen geschlossen.

1813 :

Nach Zerschlagung der napoleonischen Macht wird der Obergrund mit der Provinz Hanau dem wieder errichteten Kurfürstentum Hessen - Kassel zugeschlagen.

1814 :

Nach der Niederschlagung Napoleons beschließt der Wiener Kongress die Neuordnung Europas. Unter anderem wird hier entschieden, 1815 die ehemaligen mainzischen Gebiete - wie den Untergrund - Bayern anzugliedern (s.a. "1866").

1818 :

"Hanauer Union" führt zum Zusammenschluss der lutherischen und reformierten protestantischen Christen (s.a. "1766"). Bis 1855 wirkten jedoch weiterhin zwei evangelische Pfarrer in Bieber. Anschließend wird nur noch die "obere" Kirche (ehemalige St. Laurentiuskirche) als Pfarrkirche genutzt. Seit 1966 werden Gottesdienste in der "unteren" Kirche abgehalten, die "obere" Kirche dient als Friedhofskirche.

1828 :

Württemberg und Bayern schließen eine Zollunion. Da Kurhessen und Preußen zuvor ebenfalls eine Zollunion eingegangen sind, wirkt Wirtheim durch seine Zollschranken als bayrisches "Verkehrshindernis" im Kinzigtal und bewirkt seinen Teil zur zügigen Gründung des Deutschen Zollvereins (1834).

1832 :

Gründung der Bieberer Apotheke durch Johann Heinrich Cassebeer (1784 - 1859).

1836 :

Die "Straße" nimmt zwischen Höchst und Wirtheim ihren heutigen Verlauf und führt nicht mehr über die "Wirtheimer Pässe" (vgl. "1366").

1837 :

Aufhebung des Wirtheimer Privilegs "Pflastergeld" zu erheben (vgl. "1366").

1854 :

Einweihung der katholischen Pfarrkirche "Mariä Geburt" in Bieber (s.a. "1568" und "1660").

1859 :

Gründung einer Fürstlich Thurn und Taxischen Posthalterei in Bieber.

1866 :

Kurhessen (einschließlich Obergrund) und das bayrische Amt Orb (einschließlich Wirtheim, Kassel) werden preußisch. Ober - und Untegrund sind nun seit fast 900 Jahren Trennung wieder staatlich vereint (vgl. "um 1000"). Bayern muss als österreichischer Bundesgenosse im preußisch / österreichischen Krieg die Folgen der österreichischen Niederlage mittragen und unter anderem vorgenanntes Gebiet abtreten. Kurhessen und die Stadt Frankfurt trifft es noch härter, ihr gesamtes Herrschaftsgebiet wird von Preußen annektiert.

1875 :

Der Hochofen an der Schmelz in Bieber wird für immer ausgeblasen.

VII. Umstrukturierung, Neuorientierung im Biebergrund (1866 - heute) :

1867 / 68 :

Bau der Eisenbahnstrecke "Frankfurt Main - Bebra".

1885 :

Bau einer Schmalspurbahn (900 mm Spur) von Bieber nach Gelnhausen für Erzabfuhr.

1893 :

Einrichtung des Bahnhofs Wirtheim an der Strecke "Frankfurt Main - Bebra".

1895 :

Aufnahme des Personenzugverkehrs auf der schmalspurigen "Spessartbahn".

1899 :

Wirtheim erhält zentrale Wasserversorgung aus dem "Hersfelder Born". Der Name "Hersfelder Born" müsste richtig heißen "Hergersfelder Born".

um 1900 :

Gründung von Neu - Wirtheim.

1908 :

Kassel erhält als erstes Dorf im Kreis Gelnhausen elektrische Energieversorgung aus einer Erzeugeranlage des Sägewerkes Schum.

1912 :

Kassel erhält zentrale Wasserversorgung.

1912 / 14 :

Bau eines E - Wasserkraftwerkes in Wirtheim.

1925 :

Stillegung des Bieberer Bergbaus (vgl. "1494") durch die Firma Krupp.

1932 :

Aufhebung des Amtsgerichtsbezirks Bieber.

1933 :

Bau einer neuen Kinzigbrücke und des Dammweges Wirtheim - Neuwirtheim.

1948 :

Die letzten Kohlenmeiler am Hengstberg (Bieber) werden aufgegeben.

1951 :

Stillegung der schmalspurigen "Spessartbahn".

1963 :

Wirtheim erhält Kanalisation.

1969 :

Errichtung der Außenstelle "Lochmühle" in Bieber durch das Forschungsinstitut Senckenberg (Ffm).

1970 :

Zusammenschluss von Wirtheim und Kassel zur Gemeinde Biebergemünd.

1971 :

Zusammenschluss von Bieber, Roßbach, Lanzingen, Breitenborn und Lützel zur Großgemeinde Bieber.

28. Juni 1973 :

Bürgermeister Dietz berichtet der Gemeindevertretung : "Das Land Hessen plant den Zusammenschluss Hanau / Gelnhausen / Schlüchtern sowie Bieber mit Biebergemünd. Und weiterhin : "Biebergemünd ist an einem weiteren Zusammenschluss mit anderen Gemeinden nicht interessiert".

18. Juli 1973 :

Die Gemeindevertretung Biebergemünd beschließt mit 12 Ja - Stimmen und sechs Enthaltungen : "Zusammenschluss mit Bieber wird mit aller Entschiedenheit abgelehnt, weil zu groß."

22. Oktober 1973 :

Die Gemeindevertretung Bieber wendet sich einstimmig gegen den Zwangszusammenschluss und erwägt eine Verfassungsbeschwerde.

25. Oktober 1973 :

In einem Anhörungsverfahren vor dem Hessischen Landtag wird der Zusammenschluss abgelehnt.

26. November 1973 :

Ein Planungswettbewerb für das Gemeindezentrum zwischen Kassel und Wirtheim wird beschlossen.

01. Juli 1974 :

Zusammenschluss der Gemeinden Biebergemünd und Bieber zur Großgemeinde Biebergemünd.

24. Februar 1976 :

Ein SPD - Antrag, den Namen der Gemeinde zu ändern, wird mit 14 zu 13 Stimmen abgelehnt.

05. Mai 1977 :

Die Gemeinde verabschiedet eine Resolution zum Bau der A 66.

21. Oktober 1980 :

Die Gemeindevertretung beschließt, dass in Biebergemünd die Straßenbeleuchtung die ganze Nacht über brennt.

März 1982 :

Es findet die erste Biebergemünder Hobbykünstler - Ausstellung im Bürgerhaus statt.

April 1982 :

Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses Roßbach.

August 1982 :

Die Gemeindevertretung beschließt den Bau der Kläranlagen in Wirtheim und Lanzingen.

Oktober 1984 :

Die Radwege zwischen Lanzingen und Bieber werden ihrer Bestimmung übergeben. Bundespräsident Carstens wandert in Biebergemünd. Bieber erhält wieder das Prädikat "Staatlich anerkannter Erholungsort".

April 1985 :

Die Kommunalwahl : Die CDU hat weiterhin die absolute Mehrheit. Kurt Langer weiterhin Vorsitzender der Gemeindevertretung.

09. Juli 1985 :

Hermann Pfeifer wird wieder zum Bürgermeister gewählt.

13. Juli 1985 :

Teilstrecke der A 66 durch das Kinzigtal bis Bad Soden - Ahl eröffnet.

November 1985 :

Es erfolgt der Spatenstich zum Bau der Kläranlage in Wirtheim.

Dezember 1985 :

Kassel erhält das Prädikat "Staatlich anerkannter Erholungsort" für weitere zehn Jahre.

März 1987 :

Der ehemalige Wirtheimer Pfarrer Kurt Schmegner wird zum Ehrenbürger der Gemeinde Biebergemünd.

November 1987 :

Die Kläranlage Wirtheim geht in Betrieb. Roßbach erhält das Prädikat "Staatlich anerkannter Erholungsort" für weitere zehn Jahre.

April 1989 :

Kommunalwahlen : Kurt Langer bleibt weiterhin Vorsitzender der Gemeindevertretung. Die CDU verliert die absolute Mehrheit ist aber dennoch stärkste Partei.

November 1990 :

Es werden die ersten Asylbewerber in die Gaststätte Wolf eingewiesen.

März 1991 :

Die Gemeindevertretung beschließt die Planung eines Entwurfes für den Um - und Anbau am Dorfgemeinschaftshaus Lanzingen. Die Kosten sollen insgesamt 800 000 Mark nicht übersteigen.

27. August 1991 :

Thomas Dickert wird von der Gemeindevertretung zum neuen Bürgermeister gewählt.

Oktober 1991 :

Einweihung des An - und Umbaus im Kindergarten Bieber. Die Gemeindevertretung beschließt den An - und Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Lanzingen nach den vorliegenden Plänen in einem Kostenrahmen von 1,6 Millionen. Die Gemeindevertretung unterstützt die Errichtung einer Haupt - und Realschule in Biebergemünd.

31. Dezember 1991 :

Die Gemeinde Biebergemünd zählt insgesamt 7 550 Einwohner. Dadurch wird die Zuständigkeit der Gemeinde auf verschiedene Gebiete der öffentlichen Verwaltung erweitert.

Mai 1992 :

Großbrand bei der Firma Krenzer.

Juli 1992 :

Erstmals Ferienprogramm für Biebergemünder Schülerinnen und Schüler.

August 1992 :

Geburtsstunde der Haupt - und Realschule Biebergemünd.

September 1992 :

Die Gemeindevertretung beschließt den Umbau des Saalbaus Schick zum neuen Dorfgemeinschaftshaus Lanzingen und den Umbau des alten Dorfgemeinschaftshauses Lanzingen zu einem zweigruppigen Kindergarten.

Juli 1993 :

Biebergemünd bekommt die neue Postleitzahl 63599.

August 1993 :

Offizielle Partnerschaft zwischen der Feuerwehr Meiningen - Hellba und Breitenborn - Lützel begründet.

Dezember 1993 :

Einweihung der Kläranlage Lanzingen.

Juni 1994 :

Einweihung der erweiterten und renovierten Grundschule Wirtheim.

September 1994 :

Bernd Samer wird Umweltbeauftragter der Gemeinde Biebergemünd.

Oktober 1994 :

Einführung der Höchstgeschwindigkeit 30 km/h auf den Gemeindestraßen.

30. Oktober 1994 :

500 Jahre Bergbau in Bieber.

26. November 1994 :

Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses in Lanzingen.

28. Mai 1995 :

Einweihung des Erweiterungsbaus des Dorfgemeinschaftshauses Breitenborn.

Mai 1995 :

Auflösung des Heimat - und Verkehrsverein Kassel und Wirtheim.

26. Juli 1995 :

Gründung des Geschichtsvereins Biebergemünd.

05. Mai 1996 :

Einweihung der Grillhütte des Verkehrs - und Verschönerungsverein Bieber im Webersfeld.

15. Juli 1996 :

Ein Großbrand zerstört die Produktionsstätte der Firma Menü - Variant in Bieber.

28. August 1996 :

Die Gemeindevertretung beschließt einstimmig den Bau des Dorfgemeinschaftshauses in Bieber schlüsselfertig zum Festpreis von 2,2 Millionen Mark.

02. September 1996 :

Die neue Grundschule Kassel wird eröffnet.

26. Oktober 1996 :

Der evangelische Kindergarten Lanzingen wird eingeweiht.

1997 :

Aufhebung des Forstamtsbezirks Bieber (vgl. "1736").

März 1997 :

Kommunalwahlen : CDU wird stärkste Partei in Biebergemünd. Karl Otto Heidelberger wird neuer Vorsitzender der Gemeindevertretung. Karl Staab wird 1. Beigeordneter.

03. März 1997 :

Spatenstich für das Dorfgemeinschaftshaus Bieber.

April 1997 :

Kassel ist nicht mehr "Staatlich anerkannter Erholungsort". Das Prädikat wurde vom Hessischen Wirtschaftsministerium aberkannt, da zu wenig Gästebetten zur Verfügung stehen. Der Ortsteil Bieber darf das Prädikat weiter führen.

06. Juli 1997 :

Erste Bürgermeister - Direktwahl in Biebergemünd. Bürgermeister Thomas Dickert erreicht 73,9 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Juli 1997 :

Die Gemeindevertretung beschließt eine Resolution zur ausreichenden Versorgung der Biebergemünder Schulen mit Lehrkräften.

22. November 1997 :

Einweihung des neuen Dorfgemeinschaftshauses Bieber. Das Dorfgemeinschaftshaus Bieber heißt auf Beschluss der Gemeindevertretung "Biebertalhalle".

03. Juli 1998 :

Erstmals wurden in der Geschichte der Gemeinde Biebergemünd Realschüler der Haupt - und Realschule Biebergemünd mit dem Abschluss der Mittleren Reife ausgezeichnet.

September 1999 :

Einweihung des Radweges Lanzingen - Breitenborn. Einweihung der renovierten katholischen Kirche und der evangelischen Kirche Bieber.

 

Quellen:
Veröffentlichungen des Geschichtsvereins Biebergemünd e.V.

http://www.geschichtsverein-biebergemuend.de