Der Biebergrund

 

 

 

Das Wappen

 "Schild durch Wellenschnitt von Silber und Rot geteilt, oben ein rotes Rad, unten ein goldener Schlägel schräg gekreuzt."

 

Geographische Lage:

50°12´ nördl. Breitengrad

9° 20´ östl. Längengrad

140-250m über NN

 

 

Die Gemeinde Biebergemünd besteht in ihrer heutigen Zusammensetzung seit dem Jahre 1974. Die früher selbständigen Ortsteile Wirtheim, Kassel, Lanzingen, Breitenborn/Lützel, Roßbach und Bieber liegen an der Deutschen Ferienstraße Alpen-Ostsee im Kinzig- bzw. Biebertal. Von einer Besiedlung in bereits frühgeschichtlicher Zeit zeugen die Reste der Fliehburgen auf den Hängen am Rande des Biebertales. Von den Schnurkeramikern über die Kelten, Alemannen, Chatten bis zu den Franken war das Gemeindegebiet ein beliebter Besiedlungsraum. Schon sehr früh ist deshalb auch der Raum an der mittleren Kinzig in Urkunden erwähnt. Im Jahr 976 wurden die Dörfer Wirtheim und Kassel in einer Schenkungsurkunde Otte II. erstmals erwähnt. Diese beiden Ortsteile waren wegen ihrer damaligen Bedeutung oft Streitobjekte.

Vor allem das Gericht Wirtheim wurde als Inkratives Lehnsobjekt an verschiedene Territorialherren verliehen. Die Lage an der alten Handels- und Herrstraße durch das Kinzigtal prägte durch Jahrhunderte die historische und wirtschaftliche Entwicklung dieser Dörfer. Kontributionen, Plünderungen, eingeschleppte Seuchen und immer wieder durchziehende Heerhaufen verschiedenster Herren brachten die Bürger bis zum 19 Jh. wiederholt um Hab und Gut. Die Erschließung des Kinzigtales durch den Bau der Eisenbahnlinie Frankfurt/Main - Fulda 1867 - 88 brachte eine Wandlung der Struktur. Das Dorf Bieber zählt ebenso zu den ältesten Siedlungen des ehemaligen Landkreises Gelnhausen. Erstmals 1339 urkundlich erwähnt, war er über Jahrhunderte gemeinsamer Amtssitz von Kurmainz und der Grafen von Hanau - Rieneck.

Durch Erbfolge fällt das Gericht mit den heutigen Ortsteilen Roßbach, Lanzingen und Breitenborn 1736 an die Landgrafen von Hessen, die ihre Hoheitsrechte bis zur Annexion von Kurhessen durch Preußen 1866 ausübten. Wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung des armen Walddorfes nahm der 1494 erstmals erwähnte Bergbau auf Silber, Kupfer, Blei, Eisen und Kobalt. Unter Leitung der Familie von Cancrin gelangte das Berg- und Hüttenwesen im 18 Jh. zur Höchstblüte. Ende Mai 1925 wurden die Gruben als unrentabel stillgelegt. Es setzte ein Strukturwandel zur Wohngemeinde ein. Mit z. Zt. 8426 Einwohnern und einer Gesamtfläche von 7856 ha (70 % davon sind bewaldet), gehört die Gemeinde Biebergemünd zum Main-Kinzig-Kreis und zum Regierungsbezirk Darmstadt. Die Ortsteile Bieber, Kassel und Roßbach sind staatlich anerkannte Erholungsorte. Der Ort Bieber blickt auf eine 500 jährige Bergbau-Geschichte zurück.

Quellen:

Gemeinde Biebergemünd

http://www.biebergemuend.de