Kulturrundweg Bieber
Bilder beleuchten den Bergbau
Am 10. März 2001 eröffnete in Bieber ein geschichtlicher Kulturrundweg
Die Mitarbeiter des archäologischen Spessart-Projekts, die Cassebeer-Gesellschaft und der Biebergemünder Geschichtsverein entwickelten einen Kulturrundweg zum Thema "Bergbau und Naturschutz" im Spessart. Bei Recherchen zu diesem Projekt entdeckten die Geschichtsinteressierten im Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg 26 historische Landschafts- und Bergwerksaufnahmen von Bieber und Umgebung. Die von einem Fotografen aus Lohr aufgenommenen Bilder stammen vermutlich aus den frühen 20er Jahren. Bei den Originalen handelt es sich um Dias im Format sechs mal sieben Zentimeter, die bis auf eine Ausnahme, noch nicht veröffentlicht wurden. Mit der "Verladestation im Webersfeld" stellt der Geschichtsverein Biebergemünd exemplarisch eine Aufnahme dieser Serie vor. Weitere Aufnahmen befinden sich auf den acht Hinweistafeln des Kulturrundwegs "Bergbau und Naturschutz", der am Samstag, 10. März 2001 in Bieber eröffnet wurde.
Die Aufnahme zeigt im Vordergrund die Verladestation im Webersfeld. Am linken Bildrand ist noch ein Teil der Halde zu erkennen.
Über einen Bremsberg wurde das Erz mit Loren bis zur Halde und anschließend über die abgebildete Holzrutsche in die Güterwagen der Spessartbahn verfrachtet. Rechts vom Schuppen ragt noch ein Güterwagen hervor.
Das Grubenfeld Webersfeld besaß einen eigenen Gleisanschluss an die Spessartbahn, der aber auf diesem Foto nicht erkennbar ist.
Im rechten Bildbereich befindet sich der Ortskern von Bieber mit der unteren und oberen evangelischen Kirche. Im Hintergrund ragt der Burgberg empor, der fast vollständig kahl geschlagen ist.
"Die Bieberer Acht"
Bieber nimmt in der Geschichte des Spessarter Bergbaus eine bedeutende Stellung ein. Aufgrund des sogenannten Bieberer geologischen Fensters treten im Spessart einzigartige Erzvorkommen ans Tageslicht. Daraus entwickelte sich im 18. Jahrhundert einer der hochentwickelsten Montanbetriebe in Deutschland. Der Rundweg beginnt am Biebergrund-Museum und führt über acht Stationen. durch den Lochborn zum Wiesbüttsee und zurück. Die Strecke durchquert das Naturschutzgebiet "Lochborn", in dem sich an der Wende zum 20. Jahrhundert ein Bergbaurevier mit Eisenbahnanschluß befand. Die romantische Burgbergkapelle, geologische Aufschlüsse , der Lochbornteich, die ehemalige Eisenbahnstation Lochmühle sowie der Wiesbüttsee demonstrieren die vom Menschen geprägte Kulturlandschaft Spessart. Der 12 Kilometer lange Weg schneidet nach der Hälfte der Strecke am Lochborner Teich (daher der Name Bieberer Acht) und kann deshalb auch teilweise begangen werden. Die Route ist so geplant, dass der Wiesbüttsee als Start-und Endpunkt gewählt werden kann. Die Markierung ist das gelbe EU-Schiff auf blauem Grund.
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European Cultural Paths
European Cultural Paths ist ein Zusammenschluß von derzeit fünf archäologischen Regionalprojekten in Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen und Estland. Die Projekte werden von kommunalen Museen oder gemeinnützigen Vereinen organisiert, kommunale Verwaltungen, Stiftungen und private Unternehmen sind die wichtigsten Geldgeber. Die Projekte zeichnen sich durch ihre multidisziplinären Aufgabenstellungen und die daraus resultierende Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitätsinstituten und Forschungseinrichtungen aus. Trotz ihres archäologischen Schwerpunkts sind sie vor allem kulturhistorisch ausgerichtet und verfolgen das Ziel, eine bestimmte Region umfassend in ihrer historischen Entwicklung als wirtschaftliche, soziale und kulturelle Einheit darzustellen. Deshalb umfaßt die Zusammenarbeit auch Bereiche wie Wirtschafts- und Kulturgeographie, Quartär-Geologie, Paläobotanik, Klima- und Umweltforschung, Metallurgie und Bergbau. Die Vermittlung der historischen Dimension einer Kulturlandschaft für ein möglichst breites Publikum nimmt einen wichtigen Stellenwert in den Projekten ein. Dabei sollen sowohl die lokale Bevölkerung als auch kulturell interessierte Touristen angesprochen werden. Der einheimischen Bevölkerung soll darüberhinaus auch eine Identifikationsmöglichkeit mit der eigenen Landschaft und Geschichte geboten werden. Die europäische Dimension von European Cultural Paths drückt sich auch in der gemeinsamen Produktion von Informationsmaterialien, wie Prospekte, Broschüren und einer CD-ROM aus, die alle mehrsprachig gestaltet werden. Dadurch werden nicht nur Kontakte zwischen den beteiligten Regionen geknüpft, sondern auch den potentiellen Touristen leicht zugängliche Informationen in mehreren Sprachen angeboten.
European Cultural Paths wird vom Raphael-Programm der Europäischen Union, Europäische Kommission, Directorate General X, gefördert. Jedes der regionalen Projekte erhält etwa ein Fünftel der Mittel, teils durch direkte Zuwendungen, teils durch die Finanzierung gemeinsamer Vorhaben, wie etwa der verschiedenen Materialien zur Öffentlichkeitsarbeit. Unabhängig davon hat sich ein intensiver Erfahrungsaustausch entwickelt und führen verschiedene, multidisziplinäre Forschungsvorhaben zu einer internationalen Kooperation, etwa zwischen dem archäologischen Spessartprojekt und den norwegischen Partnern im Bereich der Metallurgie, gemeinsam mit norwegischen und schwedischen Partnern in den Bereichen der Paläobotanik und der Quartär-Geologie.
Das archäologische Spessartprojekt hatte von Anfang an das Ziel, den Spessart als Kulturraum zu erforschen und neu zu bewerten. Dabei sollten die gängigen Klischees vom Spessart als unwirtlicher Waldlandschaft, die sich höchstens durch die romantisch verklärten Spessarträuber auszeichnet, durch ein differenziertes Bild der historischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung ersetzt werden. Die Tatsache, daß gerade in den letzten Jahren mehrere Dissertationen und Habilitationen aus verschiedenen Fachbereichen eine exzellente Grundlage für eine Neubewertung der Kulturregion Spessart gegeben haben, erleichtert dieses Vorhaben natürlich sehr. Die bisher geleisteten Vorarbeiten lassen bereits eine vielschichte und hochinteressante Entwicklung dieser Region erahnen, die bereits in der Steinzeit einsetzte und quer durch die Jahrhunderte und Jahrtausende höchst unterschiedliche Strategien zu einer möglichst intensiven Nutzung der Ressourcen des Spessartraums erkennen läßt. Die Kooperation mit ähnlich strukturierten Projekten in Nordeuropa, die in Zukunft durch weitere Partnerschaften in ganz Europa ergänzt werden soll, führt zu einer zusätzlichen Aufwertung, nicht nur der Forschungsarbeiten im Rahmen des archäologischen Spessartprojekts, sondern des gesamten Kulturraums Spessart als einer europäischen Region.
Dr. Gerrit Himmelsbach
Schloßplatz 4
63739 Aschaffenburg
Tel : 06021 / 38674 - 15
Fax : 06021 / 38674 - 30
e-mail : info@spessartprojekt.de
web : http://www.spessartprojekt.deBesonderen Dank gilt hier Herrn Dr. Himmelsbach für die freundliche Unterstützung. Er hat mir Fotos und Texte der Hinweistafeln zur Verfügung gestellt. Das Archäologische Spessartprojekt
© Das Archäologische Spessart-Projekt
Im Rahmen des Projekts Paths to Cultural Landscapes realisiert mit Fördermitteln der Europäischen Kommission, Spessart-Regional, Spessart-Apotheke Bieber, Marien-Apotheke Kassel, Geschichtsverein Biebergemünd, Untere Naturschutzbehörde Main-Kinzig-Kreis, Forschungsinstitut Senckenberg, Johann Heinrich Cassebeer-Gesellschaft, Gemeinde Biebergemünd, Verkehrs- und Verschönerungsverein Bieber, Kreissparkasse Gelnhausen, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein Biebergemünd.
Weitere Informationen bei :
Das Archäologsiche Spessartprojekt
Museen der Stadt Aschaffenburg
Schlossplatz 4
63739 Aschaffenburg

