Quellwasser aus dem Spessart
Stadtwerke Frankfurt Am Main
Quelle : Mainova (Stadtwerke Frankfurt) Betriebszweig Wasser
Um 1864 tauchte das Projekt auf, die Stadt Frankfurt mit Quellwasser aus dem Vogelsberg und Spessart zu versorgen, das dem Senat 1865 von Ing. J.P. Schmick und Dr. A.J. Kerner vorgelegt wurde. Die politischen Ereignisse des Jahres 1866 ließen zunächst die Sorgen um die Deckung des Wasserbedarfs hinter brennenderen Problemen zurücktreten. 1869 wurden die Schmick´schen Pläne wieder hervorgeholt und ein "Comité zur Herstellung der Vogelsberger Quellwasserleitung" mit einem Kapital von 3,5 Millionen Gulden (etwa 6 Millionen Mark) gegründet.
Die Spessartquellen liegen im Bieber- und Kasselbachtal in der Nähe der Ortschaften Bieber und Kassel im Kreis Gelnhausen. Über das Gebiet, in dem diese Quellen entspringen, berichtet Prof. Dr. Bücking in seinen Erläuterungen zur geologischen Karte., Blatt Lohrhaupten, u.a.: Nicht nur der Obere und Untere Bundsandstein, welche in hervorragender Weise an dem Aufbau des Untergrundes beteiligt sind, sondern auch alte Formationen (kristallinisches Grundgebirge), Rotliegendes und Zechstein sind in der Nähe des Ortes Bieber durch abfließende Wässer freigelegt worden.
Die heutige Geländegestaltung ist wohl auf Störungen zurückzuführen, die teilweise durch vulkanische Ausbrüche unweit Villbach und Lettgenbrunn sowie in der Nähe des Gieserborns ausgelöst worden sind und dann eine Aufwölbung hervorgerufen haben, die sich als Sattel von Groß-Kahl über Bieber nach Orb zieht. Dadurch bekam der Sandstein Risse, und das Wasser erhielt genügend Angriffspunkte, das Gebirge stark zu durchfurchen. Diesem Sattel entsprechend neigt sich der Untere Bundsandstein im Kasselgrund vom Hummelsborn nach der Breitenruh um mehr als 30 Meter nach Nordwesten und vom Burgberg südöstlich von Bieber nach der Quelle "Alexander Scharff" (früher Bieberquelle) um 60 Meter nach Südosten. Ebenso fallen die Schichten vom Burgberg aus nach Nordosten und Südwesten ab.
Hieraus erklären sich die starken Quellenschüttungen sowohl der Quelle "Alexander Scharff" wie des "Gieserborns" und der Breitenruh-Quelle. Die Mächtigkeit des Bundsandsteins beträgt bis zu 50 Meter. Er ist daher in der Lage, große Wassermengen in sich aufzuspeichern. Die untere Bundsandsteingruppe besteht in der unteren Lage aus Bröckelschiefer, der nahezu völlig wasserundurchlässig ist, weshalb seine Oberkante den Austrittshorizont der meisten Quellen bildet. Ein genaues Einzugsgebiet für die Quellen läßt sich nicht festlegen. Die Wasserscheide der Bäche auf dem Gebirgskamm fällt nicht mit dem Wassereinzugsgebiet der Quellen zusammen, weil die undurchlässige Bröckelschieferbank - wie bereits erwähnt - geneigt ist.
Während die Quellen im Vogelsberg ziemlich stetig sind und ihre Ergiebigkei in längeren Zeiträumen zwischen 6.000 und 8.000 Kubikmeter pro Tag schwankt, machen sich im Spessart reichliche Niederschläge schon nach 2 - 4 Wochen bemerkbar. Die Die Höschtschüttung, während der einige Quellen wegen Trübung abgesperrt werden müssen, liegt über 22.000 Kubikmeter pro Tag. Die Minimalmenge geht bis auf 2.000 Kubikmeter pro Tag herab.
Man kann das Jahr 1874 als das Geburtsjahr einer neuzeitlichen großzügigen Wasserversorgung der Stadt Frankfurt am Main ansehen. Der Anschluß der Spessartquellen an die Hauptleitung wurde 1875 vollzogen.
Übersichtspläne :
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Quellenwassergewinnung Spessart (251 KB)
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Frankfurt a.M. - Neudorf - Vogelsberg (336 KB)

